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Die 10 häufigsten Fehler bei Home Pages im Garten- und Landschaftsbau

Claudia Frank
Claudia Frank

Autorin // Lovely Webdesign

Viele Fehler rund um Webauftritte passieren bereits auf der Startseite – der Home Page im eigentlichen Sinne. Das ist besonders kritisch, denn die Startseite ist häufig die Seite, bei der die Besucher zunächst landen. Wenn diese nicht deren Interesse findet, springen sie ganz schnell ab. 

Auf houzz als auch über Google habe ich eine Recherche von 80 Webaufritten im Haus- und Gartenbereich gemacht. Die nachfolgenden Kommentare beziehen sich dabei ausschließlich auf Webauftritte, die nicht älter als 3 – 4 Jahre sind. Dies sind die 10 häufigsten Fehler, die mir dabei aufgefallen sind:

1. Großflächige Bilder oder Slider OHNE SCHLAGZEILEN zum Einstieg

Slider_Beispiel

Abbildung: Verbesserungswürdig – Slider ohne Headline und Texte

Bei der Mehrzahl der moderneren Webauftritte im Haus- und Gartensegment sieht man oft sehr sorgsam ausgewählte große, hübsche Bilder mitunter auch in Form von Slidern als Einstieg. Genau wie im obigen Beispiel. Bei meiner Recherche habe ich jedoch nur in Ausnahmenfällen Beispiele gefunden, wo diese Bilder oder Slider mit Schlagzeilen (Headlines) und kurzen Texten versehen wurden.

Klar, das Logo und das Bild erklärt mitunter schon einiges. Aber eben doch bei weitem nicht alles. Erwarten Sie nicht, dass Ihre Website-Besucher zwangsläufig immer nach unten scrollen. Machen Sie gleich zum Einstieg deutlich, was Sie tun und für wen. Kurz, prägnant klar, wie bei einem guten Plakat.

Was Sie dagegen unternehmen können:

Bauen Sie ein prägnantes Einstiegs-Statement ein. Wie Sie zu einem solchen Statement kommen? Denken Sie daran, was Sie anbieten und für wen und formulieren Sie aus Kundensicht. Optisch gelungene Beispiele finden Sie u.a. bei Slider Revolution: Slider Revolution – BeispieleOrientieren Sie sich aber bitte nicht an den mitunter käsigen Texten. 

Ein Slider muss es übrigens gar nicht unbedingt sein. Ein einfaches, großes Bild mit einem Eingangs-Statement reicht vollkommen aus und ist im Regelfall, was die Ladegeschwindigkeiten einer Website anbelangt, sogar zu bevorzugen.

Hier ein Beispiel, wie so etwas aussehen kann: 

Abbildung:  Slider mit Schlagzeile (Headline), Text und Button mit Verlinkung zum Angebot

2. Keine Texte, sondern nur Bilder, Slider oder Portfolios auf der Startseite

Ja, auch das gibt es zuhauf zu sehen. Die Bilder mögen eindrucksvoll sein, aber eine große Chance wird dabei vertan: Geben Sie Ihren Website-Besuchern Orientierung, was ihn erwartet und lotsen Sie ihn durch geschickte Links auf Unterseiten, die Sie für ihn bereits vorausgewählt haben. 

Des Weiteren bringt diese Art der Gestaltung einen Fehler mit sich, der das Suchmaschinenmarketing und damit die Findbarkeit bei Google berührt. Die sogenannten Spider zur Indexierung der Webseite bei Google finden außer Bildern, ggf. internen Links und Meta-Text nichts und können den Inhalt der Seite schlechter zuordnen. Die negative Folge kann sein, dass die Webseite schlechter rankt und bei Google schwieriger auffindbar ist.

Was Sie dagegen unternehmen können:

Bauen Sie die Startseite weiter aus. Beschreiben Sie in Kurzform Ihr Angebot, wem Sie weiterhelfen können und was Ihr Unternehmen ausmacht. Das wird nicht immer technisch möglich sein, aber meistens schon.

3. Keine prägnanten Angebotsbeschreibungen

Häufig sind auch die eigentlichen Services nur sehr profan oder gar nicht beschrieben. Mitunter findet sich nur eine Auflistung von Stichpunkten – sonst nichts, wie in dem nachstehenden Beispiel :


Abbildung: Verbesserungswürdig – Auflistung von Services (ohne Weiterverlinkung)

Alternativ gibt es auch immer wieder Bilder mit einer Verlinkung zu weiteren Seiten zu sehen. Auch das ist ein bisschen zu dünn. Nicht jeder Besucher macht sich die Mühe und klickt auf weiterführende Links, Buttons etc. Nein, so bitte nicht, meine Freunde.

Abbildung: Verbesserungswürdig – Auflistung von Services ohne Kurzbeschreibung (aber mit Weiterverlinkung)
 
Was Sie dagegen unternehmen können:
Eine kurze Beschreibung Ihres Angebots gehört unbedingt auf die Startseite. Die nähere Beschreibung Ihrer Services bringen Sie dann auf einer Service-Seite (oder mehreren) unter. Setzen Sie Buttons oder Links von der Startseite auf die Service-Seite(n), wie im nachfolgenden Beispiel zu sehen:

Angebot_Startseite

Abbildung: Perfekt umgesetzt – Kurzbeschreibung der Angebote mit Verlinkung zur Angebots- bzw. Serviceseite

4. Kein Home-Button

In ca. 40 % der untersuchten Webauftritte fand sich kein Home-Button. Eine Reihe von Webdesignern sind schon seit geraumer Zeit der Meinung, diese seien überflüssig, da die Leute schon wüssten, dass man mit einem Klick auf das Logo auf die Startseite zurückkommt. Ich frage bewusst ketzerisch „Wissen das wirklich 100 % der relevanten Website-Besucher“? Das wage ich stark zu bezweifeln. In dem Artikel “Do You Need A Home Button In Your Website Menu?” finden Sie eine nähere Erläuterung, warum ein Home-Button auch heute noch eine große Rolle spielt. “Do You Need A Home Button In Your Website Menu?”.

Was Sie dagegen tun können:

Der Einbau des Home-Buttons ist bei WordPress-Websites sehr einfach. Siehe dazu:„WordPress für Einsteiger: Menüs für die Navigation“
Home-Button

Abbildung: Navigationsleiste (Menü) mit Start/Home-Button

5. Keine Alleinstellungsmerkmale

Was macht Ihr Unternehmen besonders? Dieser Teil war in nahezu allen Seiten, die ich mir angeschaut habe, völlig unterbelichtet bzw. nicht vorhanden. Versetzen Sie sich aber einmal in die Situation Ihrer Website-Besucher. Die Services zwischen der Firma A, B, C sehen fast gleich aus. Warum sollte man also Firma A zwangsläufig kontaktieren, wenn beispielsweise keine Empfehlung eines Bekannten oder Freundes vorliegt? Indem Sie herausarbeiten, was Ihr Unternehmen anders oder besser macht und dies Ihren Besuchern transparent vor Augen führen, haben Sie sich einen Wettbewerbsvorteil geschaffen. Unter der Voraussetzung, dass dieser Unterschied für den Besucher relevant ist. Hüten Sie sich vor den altbekannten Gemeinplätzen, à la:

  • Wir bieten exzellenten Kundenservice (Das will ich doch hoffen)
  • Wir sind seit über fünfzehn Jahren im Geschäft (Gut. Und was habe ich davon?)
  • Wir bieten Lösungen für Ihre Probleme (Na, was denn sonst?)
Was Sie dagegen tun können:
Denken Sie darüber nach, was Ihr Unternehmen von anderen unterscheidet. Die eigentlichen Services sind es oft gar nicht, sondern eher die Art und Weise, wie Sie etwas tun und warum. Was bekommen Sie immer wieder von Kunden als positives Feedback zu hören, auch wenn es Ihnen vielleicht belanglos erscheint? Schreiben Sie die Punkte nieder. Bringen Sie Ihre Alleinstellungsmerkmale in einem der unteren Bereich Ihrer Startseite unter.

6. Fehlende Buttons oder Links zu Service-Seiten

Gerade auf der Startseite, die als zentraler Einstiegspunkt dient, ist das Lotsen zu Service-Seiten meist das bedeutungsvollste Ziel. Ihre Website-Besucher verlassen sonst vielleicht schon beim Besuch Ihrer Startseite Ihre Website.

Was Sie dagegen tun können:

Sorgen Sie für eine kurze, prägnante Beschreibung Ihrer Services und platzieren Sie dazu Links oder Buttons, die auf Ihre Service-Seiten verlinken, wie in dem nachfolgenden Beispiel:
Beispiel: Angebot
Abbildung: Perfekt umgesetzt – Angebotsbeschreibung mit Links zu Serviceseiten 

7. Fehlende oder versteckte Kontaktmöglichkeit

Ja, auch das gibt es. Manche Anbieter machen dies absichtlich, um nicht zu viele Serviceanrufe zu bekommen. Auch Amazon versteckt seine Telefonnummer im Impressum. Aber Dienstleister im Haus- und Gartensegment? Wirklich?
Was ist Ihre bevorzugte Art, wie Kunden Sie kontaktieren sollen? Nicht immer muss es Festnetz sein. Mobil ist heutzutage eine legitime Option. Vielleicht ist Ihnen zunächst der Kontakt über E-Mail angenehmer? Was auch immer Sie entscheiden, machen Sie es für Ihre Website-Besucher offensichtlich und platzieren Sie die Kontaktmöglichkeit prominent.
Wenn Sie zum Beispiel, dass Sie jemand direkt anruft, setzen Sie Ihre Telefonnummer in eine sehr prominente Position in den Header (Kopf) oder Footer (Fuß) sowie auf Ihrer Startseite auf der Kontaktseite ein.

Was Sie dagegen tun können:

Implementieren Sie Ihre bevorzugte Kontaktmöglichkeit in den Header (Kopf) oder Footer (Fuß) sowie auf Ihrer Startseite und auf der Kontaktseite. Der Header ist der obere Teil einer Webseite. Dazu gehören Logo und Navigation (Menü) und besondere Kontaktmöglichkeiten. Wenn Sie Ihre Telefonnummer zeigen wollen, machen Sie die Nummer anklickbar, damit die Leute Sie mit einem Klick anrufen können. Hier ist ein schönes Beispiel, wie so etwas im Header platziert werden kann. Auf die Telefonnummer und die E-Mail-Adresse kann man dann auch von der Startseite aus darauf klicken.

Kontakt

Abbildung: Perfekt umgesetzt – Kopfbereich (Header) mit Kontaktmöglichkeit

8. Fehlende Call-To-Action („Handlungsaufforderung“)

Nur sehr wenige Startseiten sind mit einem „Call-To-Action“ ausgestattet. Mit „Call-to-Action“ ist eine konkrete Handlungsaufforderung gemeint. Dies kann beispielsweise das Buchen eines unverbindlichen Beratungstermins oder auch das Einschreiben in ein Newsletter-Abonnement sein.

Was Sie dagegen tun können:

Es hängt von Ihren Website-Zielen ab, was Sie wünschen, dass der Website-Besucher macht. In dem nachfolgenden Beispiel haben die Website-Macher ein Formular mit einer klassische Handlungsaufforderung „Rückruf anfordern“ mit einer witzigen Grafik – dem zwitschernden Vogel – unterlegt und sorgen damit mit Sicherheit für positive Aufmerksamkeit.  Abbildung: Perfekt umgesetzt – Klare Handlungsaufforderung (Call-To-Action)

9. Fehlender Social Proof („Sozialer Beweis“)

Ja. Das klingt sperrig. Beim Social Proof geht es darum, mittels der originären Stimmen von Kunden Ihre Kompetenz und Ihren Arbeitsethos unter Beweis zu stellen. („Proof“). Nicht Sie sprechen über Ihr Unternehmen, sondern Dritte, die Erfahrung mit Ihrem Unternehmen gesammelt haben.
Dies ist eine wirkungsvollere Strategie, denn Menschen glauben eher anderen Menschen, insbesondere Freunden und Bekannten, als Unternehmen. Wenn der Social Proof echt ist, haben Sie ein starkes Überzeugungsmittel, insbesondere dann, wenn der Besucher auf ähnliche Dinge, wie in dem Social Proof geschildert wird, Wert legt. Zum Social Proof zählen Kundenreferenzen, aber auch Kundenberichte oder auch Videos mit Kunden. 

Nicht gut sind Namensabkürzungen, wie in dem Beispiel mit  „Mario A.“, weil dadurch kein echtes Vertrauen geschaffen werden kann. Dahinter wird könnte auch immer ein Fake stecken.

Abbildung: Verbesserungswürdig – Referenzen (hier nur mit Abkürzung des Kundennamens- besser wäre vollständiger Name mit Ort)

 

Was Sie dagegen tun können: 

Sie können mehrere Arten von sozialen Beweisen auf der Startseite implementieren. Seien Sie Fall ehrlich und stellen Sie keine Fake-Referenzen ein. Bei Kundenreferenzen ist es ideal, wenn im Privatsektor der volle Name und der Wohnort und im gewerblichen Sektor der volle Name, der Firmenname sowie die Position der Person benannt werden. Mit einem Foto der auskunftgebenden Person können Sie das Ganze noch toppen.

10. Fehlende Gewinnung an qualifizierten Kontakten

Je höherwertiger Ihre Dienstleistung, desto unwahrscheinlicher ist es, dass Ihre Website-Besucher alleinig durch den Besuch Ihrer Website rasch zu Ihnen Kontakt aufnehmen, geschweige denn eine Dienstleistung ordern (z.B. bei Gartenarchitekturleistungen). Vielmehr werden diese sich weiter umhören, nach weiteren Angeboten (Ihrer Wettbewerber) stöbern und noch eine Weile recherchieren, bis sie den nächsten Schritt im Kaufzyklus machen. Damit der Kontakt nicht abreißt, sollten Sie mit Ihren Besuchern in Verbindung bleiben. Im Regelfall geschieht dies via E-Mail-Marketing und der Versendung von Newslettern. Sie brauchen potenzielle Kunden keinesfalls mit Massen von E-Mails bombardieren. Im Gegenteil, damit werden Sie häufig nur das Gegenteil erwirken. Ein gutes Beispiel für geschicktes E-Mail-Marketing sind die Newsletter von Dr. Schwenke. Diese erscheinen ca. alle 6 Wochen mit sehr nützlichen Hinweisen zum Internetrecht und Datenschutz. So bleibt man positiv in Erinnerung.

Was Sie dagegen tun können:

Um an die Kontaktdaten von qualifizierten Besuchern zu kommen, brauchen Sie heutzutage meist einen Köder, im Regelfall in Form eines kleinen Gratisgeschenks („Freebie“), damit diese ihnen Ihre E-Mail-Addresse freiwillig überlassen. Das Ganze muss dann auf Ihrer Website implementiert werden. Dies geschieht im Regelfall mittels Anmeldeformulare verknüpft mit entsprechenden Verlinkungen zu E-Mail-Marketing-Kampagnen, die bei E-Mail-Marketing-Anbietern aufgesetzt werden. Dr. Schwenke hat dies hier optimal umgesetzt.
Abbildung: Perfekt umgesetzt - Gewinnung qualifizierter Kontakte über Newsletter-Abonnements - hier: Dr. Schwenke

Zusammenfassung

Ich habe hier die aus meiner Sicht am weitest verbreiteten Fehler bzgl. Startseiten, die nicht älter als 3-4 Jahren sind, aufgelistet. Die Aufstellung ist nicht abschließend, als da wären schlechte Ladegeschwindigkeiten, zu große Logos, die mittlerweile etwas angestaubte Eingangsfloskel  „Herzlich Willkommen“ etc.. 

Einige der genannten Punkte lassen sich recht einfach heilen, insbesondere was die nähere Beschreibung des Angebotes und der Alleinstellungsmerkmale anbelangt. Bestimmte Punkte müssen jedoch richtig implementiert werden, wie z.B. Punkt 10. Sofern Sie dies nicht selbst bewerkstelligen können, sprechen Sie Ihren Webdesigner oder Ihre Agentur dazu an.

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