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12 Profi-Tipps, wie Sie den richtigen Webdesigner für sich finden

Claudia Frank
Claudia Frank

Autorin // Lovely Webdesign

An Webdesignern herrscht beileibe kein Mangel. Trotzdem ist die Auswahl schwierig. Denn leider tummeln sich auch zahlreiche schwarze Schafe darunter. Wenn Sie die 12 Profi-Tipps befolgen, dürfte Ihnen die Auswahl viel leichter fallen:

PART 1: Die Recherche

Webdesigner-Auswahl - hier die Recherche

1. Was brauchen Sie wirklich?

Bevor Sie nach einem geeigneten Webdesignern oder einer Agentur Ausschau halten, sollten Sie sich zunächst ein paar grundsätzliche Gedanken über Ihr Vorhaben machen, um sich nicht im Dickicht der unzähligen Möglichkeiten zu verirren:

  • Was sind Ihre mit der Website verbundenen Ziele?
  • Welchen Platz nimmt Ihre Website in Ihrem Marketing ein?
  • Wo sehen Sie Ihr Unternehmen in einem, drei und fünf Jahren? Soll Ihre Website entsprechend mitwachsen?
  • Wie groß soll Ihre Website werden (Anzahl Seiten)?
  • Welche besonderen Funktionalitäten brauchen Sie (z.B. Buchungssystem für Termine, Newsletter Anmeldung und E-Mail-Marketing-Funktionalitäten)?
  • Mit welchem Content-Management-System wollen Sie arbeiten (WordPress, Drupal. Typo3, Contao)?
  • Wollen Sie neben Texten editieren und Bilder einstellen den Webauftritt auch selbst weiterentwickeln können?
  • Können Sie Texte selbst erstellen oder brauchen Sie Unterstützung durch einen guten Texter?
  • Wollen Sie besser bei Google gefunden werden?
  • Brauchen Sie besondere Online-Marketing-Expertise?
  • Wollen Sie die Wartung Ihrer Website nach der Veröffentlichung selbst durchführen oder soll dies der Dienstleister übernehmen?
  • Wie ist Ihr Zeitrahmen?
  • Soll die Website mit einer Design-Vorlage (Theme) und einem Page Builder aufgesetzt werden? Oder setzen Sie lieber auf eine Eigenentwicklung (im Regelfall teuer).
  • Was haben Sie ungefähr als Budget im Auge? 

2. Nebenberuflicher Webdesigner, Freelancer oder doch lieber Agentur?

Grundsätzlich haben Sie die Wahl zwischen einem nebenberuflichen Webdesigner, Freelancer und Webdesign-Agenturen oder einem Full-Service-Anbieter. Eine nähere Beschreibung finden Sie in meinem Blogpost „ Ihre Optionen: Nebenjob-Webdesigner, Freelancer oder lieber Agentur?“. Hier sind die am häufigsten zu findenden Dienstleister-Typen:

Der nebenberufliche Webdesigner

Nebenberufliche Webdesigner üben neben ihrer Tätigkeit als Webdesigner noch einen Hauptberuf aus oder Studieren. Sie sind meist die günstigste Option, wenn es um Webdesign geht. Die Prozesse rund um das Webdesign sind im Regelfall (noch) nicht so ausgereift, wie bei Freelancern und Agenturen. Schauen Sie sich an, wo der Schwerpunkt des Webdesigners liegt und ob dieser zu Ihrem Webprojekt passt.

Freelancer und Webdesign-Agenturen

Im Gegensatz zu den nebenberuflichen Webdesignern arbeiten Freelancer hauptberuflich als Webdesigner. Webdesign-Agenturen können aus einer Person oder aus einem kleineren oder größeren Team von Mitarbeitern mit teils komplementärer Expertise bestehen. Die Abgrenzung zwischen einer Ein-Mann-Agentur und einem Freelancer ist nicht wirklich trennscharf. Das Anmelden eines Gewerbes ist die einzige Voraussetzung, um sich Agentur zu nennen.

70 % aller selbständig im Webdesign tätigen Personen sind solo unterwegs. Die größere Agentur mit einem Team aus mehreren Personen ist die Ausnahme.

Webdesign-Agenturen (oder auch Freelancer) sind gewöhnlich teurer als nebenberufliche Webdesigner. Das liegt zum einen am meist höheren Erfahrungsschatz, der bezahlt werden muss, als auch häufig an zusätzlich anfallenden Gemeinkosten, wie Raummiete, Büroausstattung etc.. Der Umfang der Dienstleistung ist individuell unterschiedlich. Häufig werden komplementäre Dienstleistungen, wie lokales Suchmaschinen-Marketing, Webtexte und Webberatung mit angeboten.

Die Full-Service-Agentur

Nomen et omen: Eine Full-Service-Agentur bietet einen vollumfänglichen Service rund um Web- und Online-Auftritte. Neben Webdesign bekommen Sie dort meist auch Services in Suchmaschinen-Marketing, Content-Marketing, Social Media etc.

Full-Service-Agenturen sind gewöhnlich immer teurer als nebenberufliche Webdesigner. Sie können aber müssen nicht unbedingt teurer sein als spezialisierte Webdesign-Agenturen.

Eine Full-Service-Agentur ist dann für Sie die richtige Wahl, wenn Sie neben Webdesign insbesondere auch weitreichende Unterstützung im Online Marketing brauchen. Die Spezialisten innerhalb des Teams arbeiten meist eng zusammen, sodass am Ende ein konsistentes Werk herauskommt, dass sich nicht nur auf den Webauftritt erstreckt, sondern die gesamte Online Präsenz umfassen kann (auch Social Media etc.).

3. Muss es ein lokal ansässiger Webdesigner sein?

Überlegen Sie sich, wie wichtig Ihnen der persönliche Kontakt zu dem Webdesigner oder der Agentur ist. Ein vor Ort ansässiger Dienstleister kann von Vorteil sein, um bestimmte Dinge einfacher abzustimmen. Zweifelsohne ist es angenehm, einem Gesprächspartner auch direkt ins Auge zu sehen.

Aufgrund der virtuellen Natur des Geschäftes lassen sich überschaubarere Webprojekte (unter 10.000 EUR oder auch darüber) auch ausschließlich online abwickeln. Dadurch haben Sie eine größere Auswahl an potenziell in Frage kommenden Webdesignern oder Agenturen. Gerade in entlegeneren Gebieten ist dies von Vorteil oder wenn Sie einen auf Ihre Branche spezialisierten Webdesigner oder eine Agentur suchen.

Wenn Sie ein Webprojekt online abwickeln, haben Sie eine potenziell größere Auswahl an in Frage kommenden Webdesignern. Besonders in entlegeneren Gebieten oder bei auf Ihre Branche spezialisierten Webdesignern oder Agenturen ist dies ein großer Vorteil.

4. Der Webauftritt des Webdesigners sollte ein Vorzeigeobjekt sein

Für einen guten Webdesigner sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, seinen eigenen Webauftritt im besten Licht erscheinen zu lassen. Hier trennt sich schon die Spreu vom Weizen. Spricht Sie die Aufmachung und die Inhalte an? Achten Sie besonders auf folgende Punkte:

  • Ist die Website klar und übersichtlich aufgebaut?
  • Bietet sie gute informative Inhalte?
  • Präsentiert der Webdesigner Beispiele für seine Arbeit?
  • Hat die Website einen hochwertigen Look & Feel? Spricht der Stil Sie an?
  • Gibt es positive Kundenstimmen?
  • Funktioniert technisch alles einwandfrei?
  • Hat der Webdesigner bereits Erfahrung mit Ihrer Branche gesammelt?

Unter anderem ein Blick auf das Portfolio zeigt, ob der Webdesigner oder die Agentur bereits Erfahrung in ihrer speziellen Branche gesammelt hat. Dies kann ein großer Vorteil darstellen. Bestimmte Aufgabenstellungen sind dem Designer dann schon bekannt. Vielleicht hat er dazu auch bereits Lösungen entwickelt, die er dann auf Ihr Projekt anpassen kann. Das spart Zeit und Kosten. In jedem Fall kann er sich auf die Herausforderungen Ihrer Branche schneller eindenken.

5. Wie sieht es aus mit Referenzen?

Schauen Sie im nächsten Schritt nach Kundenreferenzen um. Kundenreferenzen finden Sie nicht nur auf den jeweiligen Webauftritten der Webdesigner, sondern oft auch bei Google. Sie können den Webdesigner auch direkt nach Kundenreferenzen fragen. Bewertungen bei Bewertungsplattformen sind teils mit Vorsicht zu genießen, da leider oft auch gute Bewertungen gekauft werden. 

Wie sich die Kunden äußern, sagt viel über die Art der Zusammenarbeit und was besonders gut lief. Es gibt Ihnen ein klareres Gefühl, mit wem Sie es zu tun haben.  

PART 2: Das Beratungsgespräch

Webdesigner-Auswahl - hier das Beratungsgespräch

Nach der vorangegangenen Recherche haben Sie sich einen Überblick verschaffen können, was sich am Markt tummelt. Jetzt sollten Sie sich 3 – 5 Unternehmen herauspicken, mit denen Sie in Kontakt treten. Das Gespräch dient dazu, sich gegenseitig näher kennenzulernen, das Vorhaben vorzustellen und einen Überblick über die Art der Durchführung des Webprojektes seitens des Dienstleisters zu bekommen.
Das Gespräch ist im Regelfall kostenlos und kann persönlich, per Online-Meeting oder per Telefon stattfinden. Unter Umständen bekommen Sie auch schon vorab ein Website-Briefing mit einer Reihe von Fragen zugesendet, was zur Vorbereitung für Sie sehr gut ist.

6. Der Fragenkatalog des Webdesigners

Ein guter Webdesigner ist bemüht, Ihr Unternehmen und Ihr Angebot näher kennenzulernen und zu verstehen. Deshalb wird er Ihnen dazu eine Vielzahl Fragen stellen. Im Idealfall hat er Ihnen zur besseren Vorbereitung einen Fragekatalog oder ein Website-Briefing bereits im Vorfeld zugesendet, sodass Sie sich bereits Gedanken hinsichtlich der passenden Antworten machen konnten. 

7. Wie berät er Sie?

Geht er auf Ihre Fragen ehrlich ein oder redet er um den heißen Brei herum? Spricht er transparent und offen über Kosten im Zusammenhang mit dem Webauftritt (Hosting, Lizenzkosten etc.)? Klärt er Sie darüber auf, dass nach der Veröffentlichung des Webauftrittes die Website regelmäßig gewartet werden muss? Weist er Sie, wenn es so weit ist, entsprechend ein? Bietet er Wartungsservices optional an?

Eine ehrliche Beratung ist Voraussetzung für eine gute Zusammenarbeit. Werden Sie hellhörig, wenn Ihnen bestimmte Dinge verschwiegen oder kleingeredet werden (regelmäßige Wartung, Hostinggebühren, Lizenzkosten etc.).

8. Wie soll das Webprojekt ablaufen?

Im Idealfall finden Sie bereits nähere Details zu der Abwicklung eines Webprojektes auf der Website des Webdesigners. Diese ist jedoch eher selten der Fall. Viele Webdesigner halten sich diesbezüglich nach außen bedeckt. Dennoch wird jeder professionelle Webdesigner Ihnen in einem persönlichen Gespräch hierzu gerne Rede und Antwort stehen. Wenngleich es in einigen Punkten sicherlich Deckungsgleichheit hinsichtlich der Abläufe geben wird, wird jeder Webdesigner und jede Agentur ein bisschen anders vorgehen. 

Nicht immer wird ein Webdesigner alle Aufgaben im Zusammenhang mit der Erstellung eines Webauftrittes allein lösen können. Hat er ein entsprechendes Netzwerk? An welchen Stellen holt er sich Hilfe ein?

9. Warnsignale

Ein seriöser Webdesigner wird Sie nicht zu einem raschen Vertragsabschluss nötigen, sondern Ihnen angemessen Zeit geben, Ihr Vorhaben zu überdenken. Fortlaufendes Upselling anderer Dienstleistungen und Aufschwatzen von Dienstleistungen, die Sie gar nicht benötigen, sind auch keine fairen Verkaufstechniken.

Wichtig ist auch, dass der Webdesigner Sie darüber aufklärt, was Sie nach der Veröffentlichung der Website von ihm erwarten können und was in Bezug auf Wartung auf Sie zukommt. Ehrlichkeit und Transparenz ist ein Gebot der Stunde.

Lassen Sie sich von Fachterminologie nicht ins Bockshorn jagen. Ein seriöser Webdesigner wird Ihre Fragen sachlich beantworten. Falls nicht, sollten Sie misstrauisch werden. 

10. Passt die Chemie?

Bei einem Webprojekt müssen Sie mit dem Webdesigner eng zusammenarbeiten – je komplexer und größer das Projekt umso länger und intensiver. Deshalb ist es wichtig, dass die Chemie passt. Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl. Im Zweifel lassen Sie die Finger von der Zusammenarbeit.

Es ist auch wichtig, dass der Webdesigner keinen Ego-Trip fährt. Schließlich zahlen Sie für das Vorhaben. Dennoch hat jeder Webdesigner seinen eigenen Stil. Der muss zu Ihnen passen. Schauen Sie deshalb im Vorfeld sorgfältig den Webauftritt und das Portfolio des Webdesigners an, um sich nicht aneinander zu reiben.

PART 3: Das Angebot und die Entscheidung

Webdesigner-Auswahl - hier Angebot und Entscheidung

Jetzt kommen wir zum finalen Countdown: Dem Angebot und der Entscheidung. Doch bis zur Entscheidung gibt es auch noch ein paar Punkte zu beachten. 

11. Ist das Angebot professionell ausgearbeitet?

Im Anschluss an die stattgefundenen Gespräche werden nach und nach die Angebote der Webdesigner (oder Agenturen) eintrudeln.

Im Idealfall sind die Angebote hinsichtlich der Leistungsbeschreibung eindeutig und der Projektabschnitte klar definiert, sodass später keine Überraschung auftreten. Mit einem Festpreis-Angebot sind Sie auf der sichereren Seite. Bedenken Sie jedoch, dass sofern sich der Projektumfang ändert, dies im Regelfall neue Vertragsverhandlungen nach sich zieht. Der Preis kann sich daher bei höherem Umfang auch nachträglich erhöhen. Das gleiche gilt analog auch für die geplante Zeitdauer.

12. Der günstigste Preis ist nicht immer das beste Angebot

Das günstigste Angebot muss nicht zwangsläufig das Beste für Ihr Projekt sein. Vergleichen Sie genau, was Ihnen wirklich geboten wird und beziehen Sie für sich auch Faktoren mit ein, wie Prozessdurchlauf, Hilfestellungen in Form von Leitfäden, Videos und Coaching, Kommunikation, ästhetischer Stil, Reputation, Unterstützung nach Projektablauf etc.. Sie müssen ein gutes Gefühl haben. Und wenn dann doch noch nicht der richtige Webdesigner dabei war? Mmm – Überlegen Sie, was Ihnen gefehlt hat. Besser ist es, noch mal eine Runde zu drehen. Kompromisse zahlen sich meist nicht aus. 

Zusammenfassung

Wenn Sie sich an die genannten Punkte orientieren, haben Sie es deutlich einfacher, den passenden Webdesigner oder eine Agentur zu finden. Gehen Sie nicht vorschnell in ein Consulting-Gespräch, sondern treffen Sie eine bewusste Vorauswahl. Das spart ihnen eine gehörige Portion Zeit und Anstrengung.

Wie sind Ihre Erfahrungen auf diesem Gebiet? Lief bei Ihnen in der Vergangenheit alles glatt? Haben Sie einen Tipp, den Sie gerne hier teilen möchten?

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