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Ihre Optionen: Nebenjob-Webdesigner, Freelancer oder Agentur?

Claudia Frank
Claudia Frank

Autorin // Lovely Webdesign

„Webdesigner“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Um Ihnen die Suche nach einem passenden Webdesigner oder einer Agentur einfacher zu machen, finden Sie nachfolgend eine Aufstellung, was Sie von einem nebenberuflichen Webdesigner, einem Freelancer oder einer Agentur erwarten können.

Was macht eigentlich ein Webdesigner?

Ein erfolgreicher Webauftritt erfordert Fertigkeiten und Kenntnisse auf folgenden Gebieten:

  • Strategie und Konzeption: Dient dem eigentlichen Fundament der Website: Was soll mit dem Webauftritt erreicht werden? Welche Zielgruppen sollen angesprochen werden? Was ist das konkrete Angebot?
  • Grafik/Design: Zur optischen Gestaltung der Benutzeroberfläche (User Interface)
  • Webentwicklung: Hier steckt die technische Entwicklung dahinter mit HTML, CSS, Javascript und PHP
  • Content: Dies beinhaltet die eigentlichen Inhalte der Website mit Texten, Bildern, Videos
  • User Experience: Hier geht es um die nutzergerechte und intuitive Ausgestaltung einer Website
  • Suchmaschinen-Marketing: Hier geht es in erster Linie um die bessere Findbarkeit bei Suchmaschinen
  • Ggf. Online-Marketing: E-Mail-Marketing und Content-Marketing zur Vermarktung der Dienstleistungen und der Markenbildung

Die beiden letztgenannten Punkte gehören zwar zum digitalen Marketing. Aber ohne zumindest gut durchdachtes Basis-Marketing“ wird es schwierig, dass die Website überhaupt bei Google & Co. gefunden wird – auch wenn sie sonst noch so gut gemacht ist. 

Machen Sie sich klar, dass die o.g. Aufgabenfelder sehr unterschiedliche Fähigkeiten und Kenntnisse von einem Dienstleister voraussetzen. Eine einzelne  Person wird selten in allen Disziplinen glänzen. Aber auch hier gilt: Keine Regel ohne Ausnahmen. Ein paar vortreffliche Generalisten gibt es schon. Die sind dann auch entsprechend gefragt und preislich in höheren Spähren. Aber ab einer bestimmten Größenordnung (ab ca. 25.000 EUR) des Projektes stemmt es dennoch keine Einzelperson mehr. 

Von einem Webentwickler („Programmierer“) können Sie beispielsweise eine technisch einwandfrei laufende Website erwarten – mit dem eigentlichen Design hapert es aber oft. Im Umkehrschluss können Personen, die aus der Richtung Grafik/Design und Mediengestaltung Ihnen oft die schönsten Benutzeroberflächen-Designs (und Print-Designs) erstellen. Tiefergehende Entwicklerkenntnisse haben diese aber oft nicht. Eine Person mit Marketing-Hintergrund ist in der Regel stark, wenn es um konzeptionelle Aspekte und dem Vermarkten der Dienstleistungen und Produkte geht.

Bei Full-Service-Agenturen und größeren Webprojekten sind die o.g. Aufgaben auf unterschiedliche Rollen und Personen verteilt. Ein Webdesigner bei einer größeren Agentur ist dann eine Person, die die Benutzeroberfläche gestaltet – also Design im eigentlichen Sinne macht.

Hinterfragen Sie, welchen Background eine Person hat und gleichen Sie dies mit dem, was Sie für Ihr Projekt tatsächlich brauchen. ab. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden Sie diesbezüglich ein paar Beratungsgespräche mit Webdesignern oder Agenturen führen müssen, um zu wissen, was Sie grundsätzlich benötigen. Wenn Sie beispielsweise einen WordPress-Webauftritt nutzen wollen, der modular aufgebaut wird (z.B. mit Page Buildern wie Elementor oder Visual Composer), brauchen Sie keinen Webentwickler mit tiefen Kenntnissen in CSS, HTML etc.. Stattdessen brauchen Sie eine Person, die gut aufgestellt ist in Strategie und Konzeption, Gestaltung, User Experience und Sie ggf. auch in Marketingaspekten und der Inhaltserstellung (z.B. wirkungsvolle Texte) unterstützen kann.

Schauen Sie sich den Webauftritt des Webdesigners oder der Agentur näher an. Gerade bei den eigentlichen Profis sollte der Webauftritt ein Vorzeigeobjekt sein. Hier können Sie relativ schnell erkennen, über welche konzeptionellen, gestalterischen, technischen und verbalen Fähigkeiten ein Webdesigner verfügt. Wenn man genauer schaut, verrät er auch, wo der eigentliche Schwerpunkt des Webdesigners oder der Agentur liegt.

Der nebenberufliche Webdesigner

Der Nebenjob-Webdesigner arbeitet neben seinem Hauptberuf oder Studium an Webprojekten – sei es, um sich einen Zuverdienst zu verschaffen oder um sich sukzessive Fähigkeiten im Webdesign aufzubauen und einen Kundenstamm zu entwickeln, mit dem Ziel, hauptberuflich als Webdesigner zu arbeiten oder eine eigene Agentur zu gründen.

Der Nebenjob-Webdesigner kann in seinem jeweiligen Schwerpunkt durchaus (sehr) visiert sein. Im Regelfall gibt es aber noch keine durchdachten Prozesse bzgl. der Interaktion mit dem Kunden. Ein Webprojekt kann dann holperiger verlaufen – meist mit viel E-Mail-Kommunikation. Bei kleinen Webprojekten ist das unter Umständen nicht so schlimm. Je größer das Vorhaben, umso schwieriger kann es werden.

Auch um Dinge wie Wartung oder die Weiterentwicklung des Webauftrittes kümmern sich die Nebenjob-Webdesigner im Regelfall nicht: Für sie ist das Vorhaben nach der Veröffentlichung der Website gewöhnlich abgeschlossen. Als Website-Eigentümer sind Sie dann oft ganz auf sich gestellt.

Preislich sind Nebenjob-Webdesigner oft die günstigste Alternative.

Vorteile

  • Die Preise für eine kleine Website liegen oft nur zwischen 500 EUR und 1.000 EUR
  • Sie haben einen festen Ansprechpartner für Ihr Webprojekt während der Laufzeit des Vorhabens
  • Sie wissen, wer Ihr Webprojekt designt und entwickelt

Nachteile

  • Es kann zu zeitlichen Verzögerungen kommen, wenn der Webdesigner mit anderen Aufgaben beschäftigt ist, krank wird oder einen Unfall erleidet
  • Sie haben nur das Know-how einer Person. Komplexere Projekte können oft nicht abgebildet werden
  • Die Prozesse rund um das Webdesign sind im Regelfall (noch) nicht ausgereift. Das Webprojekt kann holperiger verlaufen
  • Der Webdesigner sieht sich oft nach der Veröffentlichung der Website nicht mehr in Verantwortung

Freelancer und Webdesign-Agenturen

Im Gegensatz zu den nebenberuflichen Webdesignern arbeiten Freelancer hauptberuflich als Webdesigner – ob nun als Freiberufler oder Gewerbetreibende (das entscheidet das Finanzamt). Webdesign-Agenturen können aus einer Person oder aus einem kleineren oder größeren Team von Mitarbeitern mit teils komplementärer Expertise bestehen. Die Abgrenzung zwischen einer Ein-Mann-Agentur und einem Freelancer ist nicht wirklich trennscharf. Das Anmelden eines Gewerbes ist die einzige Voraussetzung, um sich Agentur zu nennen. Agenturen haben jedoch häufig eigene, angemietete Räumlichkeiten. Aber auch das ist nicht zwangsläufig immer der Fall.

70 % aller selbständig im Webdesign tätigen Personen sind solo unterwegs, ob nun als Freelancer oder als Ein-Mann-Agentur. Reine Webdesign-Agenturen mit einem großen Team an Mitarbeitern sind die absolute Ausnahme. Große Agenturen treten meist als hybride Agenturen mit sich ergänzenden Services rund um den gesamten Online-Auftritt auf.

Freelancer und Webdesign-Agenturen verfügen im Regelfall über ausgereiftere Prozesse rund um das Webdesign als nebenberufliche Webdesigner, insbesondere auch was die Interaktion mit dem Aufraggeber anbelangt. Dies ist schon mal alleine der Tatsache geschuldet, dass es einiges an Zeit kostet, entsprechende Prozesse aufzusetzen und zu etablieren.

Freelancer und Webdesign-Agenturen sind gewöhnlich teurer als nebenberufliche Webdesigner: Der Erfahrungsschatz ist im Regelfall höher und muss bezahlt werden. Sofern Büroräumlichkeiten angemietet werden, fallen zusätzlich Gemeinkosten wie Raummiete, Büroausstattung etc.an.

Der Umfang der Dienstleistungen ist individuell unterschiedlich. Häufig gehören komplementäre Dienstleistungen, wie lokales Suchmaschinen-Marketing, Webtexte und Webberatung mit zum Angebot.

Vorteile

  • Sie haben einen festen Ansprechpartner für Ihr Webprojekt während der Laufzeit des Vorhabens
  • Sie wissen, wer Ihr Webprojekt designt und entwickelt
  • Die Prozesse rund um das Webdesign sind meist ausgereifter als bei Nebenjob-Webdesignern
  • Auch nach dem Projektabschluss können Sie sich oft die weitere Zusammenarbeit sichern, z.B. mit Wartungsverträgen

Nachteile

  • Bei Einzelpersonen: Es kann zu zeitlichen Verzögerungen kommen, wenn der Webdesigner krank wird oder einen Unfall erleidet
  • Bei Einzelperson: Sie haben nur das Know-how einer Person, was bei komplexeren Projekten von Nachteil sein kann, es sei denn der Dienstleister verfügt über ein sehr gutes Netzwerk
  • Die Kosten sind meist höher als bei einem nebenberuflichen Webdesigner

Die Full-Service-Agentur

Eine Full-Service-Agentur bietet einen mehr oder weniger umfänglichen Service rund um Web- und Online-Auftritte. Neben Webdesign bekommen Sie dort Services, wie z.B. Suchmaschinen-Marketing, Content-Marketing, Social Media, Conversion Optimierung etc.. Es gibt jedoch auch Full-Service-Agenturen, die sich ausschließlich auf digitale Marketing-Dienstleistungen spezialisiert haben – sogenannte digitale Marketing-Agenturen. Diese bieten dann keine Services zum Erstellen eines Webauftrittes an. 

Die Laufzeit der Webprojekte ist im Regelfäll länger, was häufig nicht alleinig der höheren Komplexität des Projektes geschuldet ist, sondern auch dem höheren Abstimmungsaufwand aufgrund der interdisziplinären Teams.

Eine Full-Service-Agentur sollten Sie insbesondere dann ins Auge fassen, wenn Sie ein komplexeres Webprojekt, wie z.B. einen Online Shop, vor Augen haben oder auch intensive Unterstützung im Online-Marketing benötigen.

Vorteile

  • Interdisziplinäre Teams mit Mitarbeitern unterschiedlichsten Know-hows
  • Komplexe Projekte können durchgeführt werden
  • Personalengpässe aufgrund von Krankheiten oder Unfällen können besser aufgefangen werden

Nachteile

  • Ihr Projekt steht mitunter in Konkurrenz mit größeren Kundenprojekten und kann untergehen
  • Je nach Agenturgröße kann die Zusammenarbeit sich etwas unpersönlich gestalten
  • Die Kosten können höher sein als bei einem Freelancer oder eine Webdesign-Agentur

Zusammenfassung

Ich habe hier eine allgemeine Übersicht zusammengetragen, die ihnen die Auswahl einer passenden Webdesigners oder einer Agentur erleichtern können. Sie haben grundsätzlich die Wahl zwischen einem nebenberuflichen Webdesigner, einem Freelancer, einer Webdesign-Agentur bzw. einer Full-Service-Agentur. Diese Wahl beeinflusst auch die Kosten des Webprojektes.

Schauen Sie sich auf jeden Fall den Background näher an und hinterfragen Sie, ob dieser zu Ihrem Projekt passt. Mutmaßlich werden Sie nicht umhin kommen, ein paar Beratungsgespräche mit Anbietern zu führen, um ein Gefühl zu bekommen, was für Sie tatsächlich wichtig ist. 

Was sind Ihre Erfahrungen? Haben Sie einen Lieblings-Webdesigner, mit dem Sie immer wieder zusammenarbeiten? Auf Ihren Kommentar freue ich mich.

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