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Wie viel kostet eine professionelle Firmen-Website?

Claudia Frank
Claudia Frank

Autorin // Lovely Webdesign

Tragen Sie sich mit dem Gedanken, einen neuen Webauftritt zu erstellen oder machen zu lassen? Ja? Und jetzt sind Sie unschlüssig, welche Optionen für Sie in Frage kommen und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen. Nachfolgend finden Sie eine Aufschlüsselung, angefangen von DIY-Lösungen bis hin zur Erstellung einer Website durch Dienstleister in unterschiedlichen Preiskategorien.

Welche Faktoren beeinflussen die Kosten?

Die Kosten einer Website setzen sich zum einen aus den Kosten für die Erstellung der Website und zum anderen aus dem laufenden Betrieb zusammen.

Aspekte, die die Kosten bei der Erstellung der Website beeinflussen:

  • DIY-Lösung versus Beauftragung von Agenturen und Dienstleistern
  • Komplexität
  • Anspruch an Design
  • Anspruch an Inhalte (Texte, Bilder, Video etc.)
  • Anzahl der Seiten und Seitentypen
  • E-Commerce: Anzahl der Produkte
  • Website-Addons: Formulare/Lead Generierung, Bilder- und Video-Galerien, Reservierungsfunktionen, Social-Media-Teilungsfunktionen, Membership-Seiten, Analytics & Tracking etc.
  • Onpage-SEO

Laufende Kosten:

WEBBAUKÄSTEN
Hosting, Sicherheits- und Weiterentwicklungs-Updates, ggf. Support, Domain, SSL-Zertifikat, E-Mail-Hosting (oft als monatliche oder jährlich  All-In Gebühr)

WORDPRESS- UND ANDERE CMS-PLATTFORMEN
Hosting, Domain, SSL-Zertifikat, E-Mail-Hosting,  Kosten für Premium-Plugins, ggf. monatliche Wartungskosten 

Der sehr übersichtlich gestaltete Website-Cost-Calculator gibt Ihnen einen sehr guten Überblick über die Vergütung zu den jeweiligen Dienstleistungen - beim eigentlichen Webdesign sogar in Abhängigkeit des Schwierigkeitsgrads.

I. DIY-Lösungen

Website-Baukästen – einfach und günstig, aber limitiert

Der Aufbau einer eigenen Website mit einem Webbaukasten wie Jimdo, Weebly, Wix, Squarespace, Shopify ist eine attraktive Lösung für viele kleinere Unternehmen. Die monatlichen Kosten sind sehr überschaubar und die Bedienung durch die Drag and Drop-Funktionen sehr einfach. Eine Übersicht der bedeutendsten Anbieter finden Sie in dem Artikel „Website von der Stange: 12 Homepage-Baukästen im Vergleich“.

0 – 25 EUR /
monatlich

So attraktiv diese Low-Budget-Websites auch sind, sie haben ihre Limitierungen. Die Anpassungsmöglichkeiten sind deutlich eingeschränkter, wie z.B. bei WordPress. Mitunter verhalten sich bestimmte Webbaukästen nicht so SEO-freundlich. Recherchieren Sie im Vorfeld, so dass Ihnen hier keine bösen Überraschungen blühen. Das gleiche gilt auch für Ladegeschwindigkeiten.

Vorteile

Zeit- und Geldersparnis
Kein technisches Know-How notwendig
Unverbindliches Testen im Regelfall möglich
Überschaubare laufende Kosten
Ideal für Existenzgründer

Nachteile

Begrenzte Anpassbarkeit
Eher für einfache Projekte gedacht
Öfters Einschränkungen hinsichtlich SEO
Abhängigkeit vom Anbieter

Was Sie tun sollten, bevor Sie diese Alternative wählen:

  • Lassen Sie sich nicht allein von den Vorlagen auf den Demoseiten, die von Profis gemacht wurden, blenden. Sehen Sie sich auch an, wie Webauftritte aussehen, die von Nichtdesignern in der realen Welt aufgesetzt wurden
  • Recherchieren Sie, was die Leute über den Webbaukasten sagen. Foren sind großartige Orte, um herauszufinden, mit welchen Problemen Sie rechnen müssen
  • Schauen Sie sich möglichst unparteiische Blogbeiträge an, um ein Gefühl zu bekommen, was hinter den Lösungen steckt

Nutzung einer WordPress-Vorlage für den Selberbau

Der Aufbau einer eigenen Website mit einem CMS-System wie WordPress ist die kostengünstigste Option. Ihnen stehen kostenlose oder auch mitunter sehr ausgefeilte und Premium-Themes bei den einschlägigen Plattformen wie Elegant Themes, Themeforest, Templatemonster zur Verfügung. Die Auswahl ist sehr groß. Es gibt auch Themes zu Spezialthemen wie Architektur.

0 – 75 EUR /
einmalig

Auch wenn die Theme-Anbieter anderes behaupten: Bei dieser Variante kommt einiges an Arbeit auf Sie zu: Sie sind verantwortlich für das Design, die Entwicklung und die Implementierung der Website. Zumindest moderate Kenntnisse in HTML und CSS sind hilfreich: Kleine Anpassungen sind oft notwendig. Auch mit Aspekten wie Ladeschwindigkeitsoptimierung, Sicherheit und Backups und konzeptionellen Erwägungen müssen Sie sich auseinandersetzen. Bedenken Sie deshalb auch Ihren zeitlichen Aufwand beim Bau und der Weiterentwicklung der Website.

Vorteile

Kostengünstigste Variante
Alles in der eigenen Hand
Unabhängig von Agentur oder Webdesigner
Weiterentwicklung möglich

Nachteile

Meist zeitintensiv wegen des Baus und der Einarbeitung
Ggf. laienhaftes Aussehen
Ggf. Mobilefähigkeit unberücksichtigt
Ggf. Ladeschwindigkeit zu langsam

Was Sie tun sollten, bevor Sie diese Alternative wählen:

  • Wählen Sie Ihr Theme mit größter Bedacht aus. Tipp: Bei den Theme-Anbietern finden Sie immer auch Kommentare von Käufern. Lesen Sie diese aufmerksam und achten Sie auf Probleme
  • Achten Sie auf eine hohe Bewertung
  • Achten Sie auf eine möglichst hohe Aktualisierungsfrequenz – am besten monatlich

Welche Probleme bei WordPress-Themes auftreten können und wie Sie sich umschiffen können, erfahren Sie in dem Artikel „Die 7 größten Probleme mit WordPress-Themes“.

II. Lösungen durch Webdesigner oder Agenturen

Visitenkarten-Website

Es gibt vermutlich tausende von Website-Design-Unternehmen in Deutschland, die Pakete innerhalb dieser Preisklasse anbieten. Sie sind gewöhnlich sehr simpel in Bezug auf Design gestrickt. Häufig werden sie mit vorgefertigten HTML-Vorlagen erstellt. Ein CMS, wie WordPress, steht oft nicht dahinter. Wenn Sie Texte oder Bilder einpflegen wollen, sind Sie oft abhängig von der Agentur. Eine nähere Beratung hinsichtlich Ihrer Website-Ziele, Zielgruppen etc. findet bei dem Preis gewöhnlich auch nicht statt. Zusatzleistungen wie OnPage-SEO werden oft nur rudimentär durchgeführt. Auch sind diese Websites oft nicht ausreichend mobile- oder tabletfreundlich („responsiv“), was potentielle Website-Besucher abschrecken kann und auch bei Google zu schlechteren Rankings führt.

200 – 1.000 EUR /
einmalig

Vorteile

Zeitersparnis, da kein Selberbau

Nachteile

In der Regel sehr simple Designs
Möglicherweise nicht mit CMS
Möglicherweise nicht mobile-freundlich
Möglicherweise später Pflegekosten

Was Sie tun sollten, bevor Sie diese Alternative wählen:

  • Stellen Sie sicher, dass die Website mit einem soliden Content-Management-System wie WordPress ausgestattet ist. Wenn dies nicht der Fall ist, sollten Sie klären, wie viel die Aktualisierung von Texten und Bilder kostet
  • Überprüfen Sie, ob die Website mobil/Tablet-freundlich („responsiv“) ausgestaltet wird. Lassen Sie sich dazu Seiten-Beispiele von Kunden zeigen und testen Sie sie , z.B. mit den Chrome-Developer-Tools oder zumindest mit Ihrem Smartphone
  • Vergleichen Sie, was im Preis tatsächlich enthalten ist mit dem was Sie brauchen

Maßgeschneiderte Firmen-Website

Im Gegensatz zu den Low-Budget-Agenturen können Sie hier eine deutliche individuellere Beratung und Umsetzung erwarten. Ihre Website wird dabei in deutlich größerem Umfang auf Ihre Bedürfnisse angepasst. In dieser Preislage kommen oft auf den Kunden angepasste Premium-Themes oder selbst entwickelte Themes sowie Frameworks wie Bootstrap zum Einsatz. Häufig werden Extras wie E-Mail-Marketing-Integration und On-Page SEO mit angeboten.

1.000 – +7.000 EUR /
einmalig

Vorteile

Ausführlichere Beratung
Individuelle Website
Professionelle Umsetzungsservices
Berücksichtigung der Markenidentität
Mobil/tablet freundlich
CMS ist in der Regel enthalten

Nachteile

Deutlich teurer als die Alternativen 1 – 3
Der Prozess kann länger dauern
Leistungen stark anbieterabhängig

Was Sie tun sollten, bevor Sie diese Alternative wählen:

  • Fragen Sie, wie der Webdesign-Prozess abläuft
  • Fragen Sie, ob die Website mit einem Content-Management System (CMS) ausgestattet wird. Wenn ja, welches?
  • Können Sie Ihre Website im Anschluss EINFACH selber pflegen und warten?
  • Überprüfen Sie, welche Seiten enthalten sein werden
  • Überprüfen Sie, was Sie an Addons erhalten können und welche Sie für Ihre Zwecke brauchen
  • Müssen Sie die Website-Inhalte selbst einstellen oder macht das die Agentur? Falls die Agentur es übernimmt, bis zu welchem Umfang?
  • Wieviel Reviews (Feedbackschleifen) gibt es?

Website für mittlere und große Projekte

Diese Option eignet sich für diejenigen, die eine größere Website (mehr als 10 Seiten) oder besondere Funktionalitäten wie E-Commerce oder eine Membership-Seite benötigen. Je nach Größe und Komplexität des Vorhabens werden die Services häufig von einer größeren Agentur mit spezialisierten Mitarbeitern erbracht.

ab 6.000 EUR /
einmalig

Vorteile

Passgenaue Website
Unterstützung durch hochqualifiziertes Team

Nachteile

Teuerste Option
Zeitintensiv

Was Sie tun sollten, bevor Sie diese Alternative wählen:

  • Überlegen Sie, wieviel Seiten und Funktionalität Sie wirklich benötigen
  • Prüfen Sie im Vorfeld, welches Content Management-System für Sie am Besten geeignet scheint. Agenturen sind oft auf bestimmte CMS-Systeme geeicht und werden Sie in diesem Punkt selten unvoreingenommen beraten
  • Grundsätzliche Überlegungen wie unter „Maßgeschneiderte Websites“
  • Setzen Sie eine klare Anforderungsbeschreibung auf und machen Sie eine Ausschreibung

Finale Gedanken

Vielleicht sind Sie versucht, zu Google zu gehen und „billiges Webdesign“ einzugeben, um kurzfristig Geld zu sparen. Doch sparen Sie nicht am falschen Ende. Berücksichtigen Sie immer, was Ihnen Ihre Website direkt und indirekt an Nutzen bringt. Berücksichtigen Sie bei den Optionen auch ihren eigenen zeitlichen Aufwand.

Am einfachsten ist die Option mit den Webbaukästen. Wenn Sie mit Themes (Vorlagen) arbeiten, kommt einiges an Arbeit auf Sie zu (aber Sie können auch viel dabei lernen). Professionellere Services starten ab 1.000 EUR (unterstes Minimum). Unter diesem Niveau sind Sie oft mit einem Baukasten besser bedient.

Es ist verlockend, sofort mit der Recherche oder der Kontaktaufnahme mit Webdesignern zu beginnen. Doch bevor Sie nach einer Lösung suchen, müssen Sie ermitteln, was Sie mit Ihrer Website erreichen möchten und was für Funktionalitäten und Seiten Sie brauchen. Lassen Sie sich dafür Zeit.

Wie ist Ihre Erfahrung in diesem Zusammenhang? Schwören Sie auf die Marke Eigenbau oder arbeiten Sie doch lieber mit Webdesign-Unternehmen zusammen? Ich bin gespannt.

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