Claudia Frank // Lovely Webdesign

Als Handwerker Preise auf der Website angeben

Preise im Internet? Für Online-Shops ganz selbstverständlich, für viele Handwerker noch immer ein heikles Thema. Dabei kann eine durchdachte Preisgestaltung auf der Website weit mehr bewirken, als nur Anfragen zu filtern. In diesem Beitrag geht es darum, wie Sie Ihre Preise überzeugend präsentieren – und warum das ein echter Vorteil sein kann.

Möglichkeit 1: Sie geben Orientierungspreise an

Sie können keine Festpreise angeben? Kein Problem. Nennen Sie Orientierungspreise:

  • Mindestpreise: „Tisch abschleifen: ab 200 EUR“
  • Durchschnittliche Mindest- und Höchstpreise: „Baugutachten: 1.000 bis 3.000 EUR“

Da Sie vermutlich eine Reihe von Services anbieten, können Sie diese Preise in Form von Tabellen abbilden, wie in dem nachfolgenden Beispiel:

Abbildung: Beispiel Preistabelle von Aroundhome

Möglichkeit 2: Sie bieten Preispakete an

Im Dienstleistungsbereich ist es durchaus üblich, für bestimmte Dienstleistungen Preispakete zu schnüren. Warum nicht auch für handwerkliche Leistungen oder in der Gartengestaltung? Damit werten Sie Ihr Angebot auf, denn Stunden- oder Tagessätze sagen nichts darüber aus, wie viel Zeit Sie für ein individuelles Vorhaben brauchen. So haben Ihre Besucher eine klare Richtschnur, was auf sie zukommt. Betrachten Sie Paketpreise als Grundstock. Abhängig von den konkreten Kundenwünschen lassen sich die Preise flexibel anpassen. Die Preise in den Paketen können  auch als Mindestpreise oder durchschnittliche Preise angegeben werden.

1 Raum

bis 25 m²
350
  • Vorarbeiten- und Nacharbeiten
  • 2 Anstriche
  • Deckenhöhe bis 2,5 m

3 Räume

bis 80 m²
1750
  • Vorarbeiten- und Nacharbeiten
  • 2 Anstriche
  • Deckenhöhe bis 2,5 m
P O P U L Ä R

5 Räume

bis 100 m²
3000
  • Vorarbeiten- und Nacharbeiten
  • 2 Anstriche
  • Deckenhöhe bis 3,5 m
Abbildung: Fiktives Beispiel mit Preispaketen bei Malerarbeiten

Möglichkeit 3: Sie nutzen einen Preisrechner

Vielleicht passt ein Preisrechner auch zu Ihrem Unternehmen? Hier ist einer von dem Malerbetrieb Hollmann. 

Abbildung: Beispiel Preiskalkulator bei der Malerfirma Hollmann

Für WordPress-Websites gibt es zum Glück Plugins, die Ihnen hohen Programmieraufwand ersparen. Bei WordPress-Org bekommen Sie einige Plugins: „Preisrechner WordPress-Org“. Das Plugin „Cost Calculator WordPress“ können Sie über envato kaufen (kein Affiliate-Link). Sofern das Ganze gut gemacht ist, werden Ihre Besucher einen solchen Kalkulator sicher sehr schätzen. 

Abbildung: Ausschnitt Cost Calculator WordPress eingebunden in Website

Möglichkeit 4: Preisgestaltung unter Berücksichtigung der HOAI

Wenn Sie als (Garten-)Architekt sich bei Bausummen von über 20.000 EUR nach der HOAI (Honorarordnung für Architekten) richten, können Sie auch auf den HOAI-Honorarrechner oder auf eine aktuelle Honorar-Tabelle verweisen. Sie können auf Ihrer Website eine nähere Erläuterung zum Gebrauch zu machen, da sich ansonsten einige der Angaben dem unkundigen Besucher nicht näher erschließen. Das ist dann auch gut für das SEO (Suchmaschinenmarketing).

Abbildung: HOAI-Rechner - https://hoai-rechner.net/

Warum Sie Preise auf Ihrer Website angeben sollten

1. Vertrauen durch Transparenz aufbauen

Einer der größten Vorteile, wenn Sie Vergütungen und Preise auf der Website angeben, ist das Vertrauen, dass Sie zwischen Ihrem Unternehmen und potenziellen Kunden schaffen. Transparenz ist ein entscheidender Faktor bei der Entscheidungsfindung der Verbraucher. Wenn Kunden sehen, dass Sie offen über Ihre Preise sprechen, signalisiert dies Ehrlichkeit und stärkt das Vertrauen in Ihr Unternehmen. Diese Transparenz kann Sie von Wettbewerbern abheben, die ihre Preise erst später im Verkaufsprozess offenlegen.

2. Verbesserung der Benutzererfahrung

Moderne Verbraucher schätzen ihre Zeit und bevorzugen es, Informationen schnell und einfach zu erhalten. Durch die Angabe Ihrer Dienstleistungspreise online straffen Sie die Customer Journey. Besucher Ihrer Website können sofort einschätzen, ob Ihre Dienstleistungen in ihr Budget passen, was die Zeit für Anfragen und Verhandlungen verkürzt. Diese verbesserte Benutzererfahrung kann zu höherer Zufriedenheit und einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einer Konversion führen.

3. Effiziente Qualifizierung von Leads

Die Angabe von Preisen wirkt als Filter, der hilft, Leads vorzuqualifizieren. Wenn potenzielle Kunden ein klares Verständnis Ihrer Preisstruktur haben, werden diejenigen, die sich Ihre Dienstleistungen nicht leisten können, weniger wahrscheinlich Kontakt aufnehmen. Dies bedeutet, dass die Anfragen, die Sie erhalten, von Leads stammen, die eher konvertieren, was Ihrem Verkaufsteam wertvolle Zeit und Mühe spart.

4. Steigerung von SEO und Web-Traffic

Die Angabe von Preisinformationen auf Ihrer Website kann sich auch positiv auf Ihre Suchmaschinenoptimierung (SEO) auswirken. Verbraucher suchen oft direkt nach Dienstleistungspreisen, und wenn diese Informationen leicht zugänglich sind, kann dies die Sichtbarkeit Ihrer Website in Suchmaschinen verbessern. Diese erhöhte Sichtbarkeit kann mehr organischen Traffic auf Ihre Website lenken und potenzielle Kunden anziehen, die speziell nach Dienstleistungen in Ihrer Preisklasse suchen.

5. Wettbewerbsvorteil

Nicht alle Unternehmen sind bereit, ihre Preise online anzugeben, oft aus Angst, einen Wettbewerbsvorteil zu verlieren. Diese Zurückhaltung kann jedoch zu Ihrem Vorteil sein. Indem Sie offen über Ihre Preise sprechen, positionieren Sie sich als kundenfreundlichere Option. Diese Offenheit kann Ihre Marke in einem überfüllten Markt differenzieren und Kunden anziehen, die Wert auf Klarheit und Direktheit legen.

6. Flexibilität und Anpassung

Bedenken bezüglich der Preisrigidität können durch die Angabe einer Preisspanne oder gestaffelter Preise adressiert werden. Dieser Ansatz bietet potenziellen Kunden eine Vorstellung davon, was sie erwartet, während gleichzeitig Raum für Anpassungen basierend auf ihren spezifischen Bedürfnissen bleibt. Darüber hinaus können Sie Preisrechner oder detaillierte Aufschlüsselungen verwenden, um zu zeigen, wie verschiedene Faktoren den Endpreis beeinflussen, und damit Ihr Engagement für faire Preise demonstrieren.

7. Ermöglichung informierter Entscheidungen

Wenn Kunden Zugang zu allen notwendigen Informationen, einschließlich Preisen, haben, können sie fundiertere Entscheidungen treffen. Dies reduziert die Wahrscheinlichkeit von Preisschocks später im Verkaufsprozess und hilft, eine Grundlage für eine positive Geschäftsbeziehung zu schaffen. Kunden, die den Wert dessen verstehen, wofür sie bezahlen, sind oft zufriedener und loyaler.

8. Vereinfachung von Verkäufen und Anfragen

Mit leicht zugänglichen Preisen kann Ihr Unternehmen das Volumen repetitiver Anfragen zu den Kosten reduzieren und somit Zeit gewinnen, um sich auf komplexere Fragen und personalisierten Service zu konzentrieren. Diese Effizienz kann die Produktivität und Kundenzufriedenheit insgesamt steigern.

Fazit

Es gibt viele Möglichkeiten, Preise oder Vergütungen auf einer Website einzubinden – auch ohne sich auf feste Zahlen festlegen zu müssen. Die gezeigten Beispiele werden bislang noch selten genutzt, sind technisch aber meist mit wenig Aufwand umsetzbar, insbesondere bei WordPress-Websites.

Preisangaben sind mehr als reine Information: Sie sind eine strategische Maßnahme, die Transparenz schafft, die Benutzererfahrung verbessert, Anfragen qualifiziert, Ihre Sichtbarkeit stärkt und Ihnen einen Wettbewerbsvorteil verschafft. Wer Preise offen kommuniziert, baut Vertrauen auf, vereinfacht Abläufe und fördert nachhaltiges Unternehmenswachstum.

Nutzen Sie also Preisangaben gezielt als Wettbewerbsvorteil.
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